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Shan Fan

Die Malerei der Langsamkeit

22. März bis 7. Juni 2009

Der Maler Shan Fan stammt aus der Gegend von Anji in der chinesischen Provinz Zhejiang, dem Mutterland des Bambus. Dort wächst man mit dem Bambus auf, verehrt ihn, studiert ihn. Als Shan Fan 1977 die Akademie von Hangzhou besuchte, war es ihm selbstverständlich, im Sinne der Tradition die Bambusmalerei zu erlernen. So wurde das Symbol seiner Kultur ein tragendes Element der eigenen künstlerischen Entwicklung.

Seit 1984 lebt Shan Fan in Deutschland, seit 1995 als deutscher Staatsangehöriger. Diese Veränderung muss sich nachhaltig auf die Frage nach seiner kulturellen Identität auswirken. Shan Fan wurde zu einem Grenzgänger zwischen den Kulturen, seine künstlerische Sprache ist mittlerweile international, aber seine Muttersprache bleibt chinesisch.

Aus den bildnerischen Erfahrungen der europäischen Moderne kehrt er immer wieder zurück in die Langsamkeit der fernöstlichen Malerei und die kostbare Stille des Augenblicks, aus dem das chinesische Glück im Malen erwächst.

"Als ein Chinese", so sagt er, "versuche ich unbewusst, einen psychischen Ausgleich zu finden, um meine Mutterkultur bewahren zu können und nicht vollkommen vom westlichen Einfluss eingenommen zu werden."

Die Ausstellung im Augusteum ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Nationalmuseum Peking und vereint Shan Fans traditionelle Tuschmalerei und seine daraus entwickelten und ins europäische Großformat übersetzten Gemälde.

"Die Bambusmotive", sagt Shan Fan, "die ich Jahr für Jahr in Europa gemalt habe, scheinen mir manchmal wie meine Schatten zu sein. Sie begleiten mich auf Schritt und Tritt und helfen mir dabei, meine angeborene kulturelle Identität nicht im reißenden Fluss der kulturellen Assimilation zu verlieren."

Malerei der Langsamkeit

Shan Fan, "Malerei der Langsamkeit", Öl auf Leiwand, 2006

Shan Fan

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