Schriftgröße:
Farbkontrast:

Verfolgt, Verfemt, Entartet

Werke aus der Sammlung im Willy-Brandt-Haus

9. Mai bis 22. Juni 2008

Am 19. Juli 1937 wurde in München die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet. Vorausgegangen waren bereits Jahre der Verfolgung jüdischer, sozialistischer und kommunistischer Künstler, was im Einzelnen Entlassung, Berufsverbot, Beschlagnahmung und Vernichtung der Kunstwerke, Vertreibung und im schlimmsten Fall Ermordung bedeuten konnte.

Die als "entartet" stigmatisierten Künstler waren ausgeschlossen von der Teilhabe am offiziellen künstlerischen Leben in Deutschland, sie mussten Strategien entwickeln, wie sie ihre Existenz sichern und der täglichen Bedrohung durch SS und Gestapo entgehen konnten. Die Lebensgeschichten dieser Künstler zeigen spätestens ab 1933 Brüche und Verletzungen, die sich auch in den künstlerischen Arbeiten widerspiegeln. Viele von denen, die die Zeit der Verfolgung und Verfemung überlebten, hatten nach dem 2. Weltkrieg Schwierigkeiten, wieder zu ihrem künstlerischen Ausdruck zu finden.

In Gedenken an die Verfolgung "entarteter" Künstler präsentiert der DGB in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Oldenburg eine Ausstellung des Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. mit Werken aus der "Sammlung im Willy-Brandt-Haus".

Einige der ausgestellten Künstler waren vor 70 Jahren selbst mit ihren Arbeiten in der Wanderausstellung "Entartete Kunst" vertreten. Neben bekannten Namen gibt es auch viele weniger bekannte Künstler zu entdecken, die im gleichen Maß unter den Auswirkungen des nationalsozialistischen Terrors gelitten haben.

Die Einzelschicksale dokumentieren die verschiedenen Facetten der Unterdrückung: die teils tragischen Versuche, durch Anpassung weiteren Repressalien zu entgehen, die Flucht in den Untergrund, die Emigration, die Verzweiflung, die oft ein Ende im Selbstmord fand und die Zeugnisse von Verhaftung und Ermordung einzelner Künstler.

Fritz Stuckenberg

Fritz Stuckenberg, Abstrakte Komposition "S 12 1 20", 1920, Aquarell und Tusche auf Papier

Übersicht