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Kunstwerke des Monats 2010

Januar
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Schreibmaschine
Schreibmaschine, Adler Modell 25, 1929, Inv.-Nr. LMO 22.939
 
Kunstwerk des Monats
Kunstwerk des Monats Januar

Aus der Weimarer Republik stammt die Schreibmaschine, die sich anhand der eingestanzten Seriennummer auf das Jahr 1929 datieren lässt. Die Herstellerfirma ist nur noch über einen Umweg feststellbar, der Markenname, der sich ursprünglich auf der Maschine befand, ist Beschädigungen zum Opfer gefallen. Nur noch schwach kann man die Bezeichnung "Mod 25" erkennen, die auf die Adlerwerke in Frankfurt a.M. verweist. Das "Modell 25" war ausgesprochen robust und galt als sehr zuverlässig, so dass das Unternehmen hohe Verkaufszahlen verbuchen konnte.

Die Adlerwerke waren 1880 als Fahrrad-werke gegründet worden. Nach der Umwandlung des Unternehmens 1895 in eine Aktiengesellschaft, nahm sie im folgenden Jahr die Schreibmaschinen-produktion, seit 1907 als Adlerwerke vorm. H. Kleyer AG, auf. Anfangs baute Adler auf der Grundlage eines kanadischen Patents, unter der Marke "Deutsche Empire". Im Jahr 1900 bot das Werk mit dem "Modell 7" eine verbesserte Version unter dem Markennamen "Adler" an. Zwölf Jahre später, als das Patent auslief, begann man die Produktion der Reiseschreibmaschine "Klein-Adler", die dem Bedürfnis nach geringerem Gewicht entgegenkam. Der Aufstieg des Unternehmens auf dem Schreibmaschinen-markt ist verbunden mit der Expansion der Bürotechnik.

Das Modell 25 wurde seit 1925 hergestellt, eine etwa 11 kg schwere Maschine, die Zeilenverlässlichkeit in hoher Qualität aufwies. Der Anschlagsweg war erheblich kürzer als bei anderen Maschinen. Im Unterschied zu den Typenhebelmaschinen werden bei diesem Modell die Typen mit einer Stange horizontal über eine Führung gegen die Schreibwalze gestoßen. Dieses Prinzip stammte bereits von den Empire-Schreibmaschinen. Adler vereinte drei Zeichen auf einer Type, wodurch aber eine doppelte Umschaltung notwendig wurde. Die Schreibgeschwindigkeit musste darunter leiden.

Eine Vielzahl von Firmen konkurrierte um den Büromarkt, Tastaturen und Aufbau der Mechanik unterschieden sich von Firma zu Firma. Die Adlerwerke produzierten bereits 1930 mit ihrem Modell 30 eine deutlich kleinere Schreibmaschine. Das Modell 31 verzichtete dann auch auf das traditionelle Stoßstangenprinzip und ging zu Typenhebeln über. Die Adlerwerke, die ebenfalls Autos und Motorräder herstellten, nahmen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik die Autofabrikation nicht mehr auf. Zahlreiche Schreibmaschinenfirmen stellten schon in den 50er und 60er Jahren ihre Produktion ein. Elektrische Schreibmaschinen begannen das Bild der Büros vollkommen zu verändern.

 

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