Gedenkausstellung für Max Herrmann
"Ich bin da – ich bin’s" (Max Herrmann)
Vor zehn Jahren starb Max Herrmann im Alter von 91 Jahren. Im Lichtsaal des Prinzenpalais findet ab dem 19. November 2009 eine Ausstellung zum Gedenken an ihn statt.
Der 1908 in Halle an der Saale geborene Künstler studierte nach einer handwerklichen Lehre ab 1928 an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden und wurde dort Meisterschüler von Otto Dix. Ab 1930 besuchte er die Städelschule in Frankfurt am Main und lernte als Meisterschüler bei Max Beckmann. 1933 kam Herrmann durch persönliche Vermittlungen eher zufällig nach Oldenburg und unterrichtete an der Volkshochschule Kunst und Musik. Von Jugend an war er mit einem großen musikalischen Talent ausgestattet, so dass er sich ab 1935 am Leipziger Konservatorium zum Musiklehrer ausbilden ließ und ab 1946 an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg unterrichtete. Doch widmete er sich auch weiterhin der Kunst und beschäftigte sich ab 1959 zunehmend mit der Kunst am Bau: Er gestaltete monumentale Fassaden in Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Die Vielfältigkeit und Experimentierfreudigkeit Herrmanns zeigt sich ebenso in den von ihm bemalten keramischen Objekten und den Gobelins, die nach seinen Bildvorlagen an der Staatlichen Textil- und Gobelinmanufaktur Halle/ Burg Giebichenstein entstanden.
In der Gedenkausstellung wird sein vielfältiges Werk präsentiert. Unter den Ausstellungsobjekten befindet sich auch ein erst kürzlich wiederentdecktes Gemälde aus dem Jahre 1929, das lange Zeit als verschollen galt. Es handelt sich um ein 55,5 x 40,5 cm großes, beidseitig bemaltes Ölgemälde im Originalrahmen. Aus Herrmanns früher Schaffensphase sind nur wenige Bilddokumente erhalten, da in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges ein Bombenangriff das Haus zerstörte, in dem der Künstler in Oldenburg lebte. Sein Frühwerk, darunter auch korrigierte Blätter von Max Beckmann, fielen dem Brand zum Opfer.
Max Herrmann war ein abstrakter und höchst sinnlicher Künstler, dem heute wie damals große Ehre gebührt.
Am Donnerstag, den 4. Februar 2010, findet um 19.00 Uhr im Prinzenpalais ein Gespräch mit Jörg Michael Henneberg (Oldenburgische Landschaft) und Helga Brandhorst, der Lebensgefährtin von Max Herrmann, zum wiederentdeckten Gemälde Herrmanns statt.
Es moderiert Dr. Doris Weiler-Streichsbier. Kosten : € 4.-
Gefördert wird diese Ausstellung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.